Wissenswertes

2019

EINS EINS ZWEI – Hilfe kommt herbei!

Der Spruch (nicht nur) für die Kleinen, um sich die Nummer besser merken zu können

 

Wer den Notruf 112 wählt, bekommt schnell Hilfe. Doch wie kam es zu der Nummer und wie funktioniert das eigentlich alles? Wir wollen es kurz einmal vorstellen...

2009 hat das Europäische Parlament beschlossen, den Tag des Notrufs einzuführen und zu feiern. Der Nummer 112 entsprechend am 11.2. 

2008 haben Rettungsorganisationen in Stuttgart diesen Tag schon für sich gefeiert. Selbst 10 Jahre später wissen in Deutschland und Europa nicht alle Menschen, dass es die 112 als europäische Notrufnummer gibt und wen ich damit erreiche.

Notrufnummern:

110                  Die bundeseinheitliche Rufnummer zur Polizei.

112                  Die europweite Notrufnummer  für Feuerwehr und Rettungsdienst.     

116 117           Bundesweite Nummer für den ärztlichen Bereitschaftsdienst.

116 111           Die Nummer gegen den Kummer – bundesweite Seelsorgeberatung.

 

Wie war es denn früher bei einem Notfall?

Bis 1969

Es gab nichts: keine einheitliche Telefonnummer, keine Leitstellen, bei denen solche Notrufe auflaufen konnten, keine spezifischen Rettungswagen mit Erster-Hilfe-Einrichtung, keine Notärzte, keine Luftrettung, keine staatlichen Zuständigkeiten und schon gar nicht - besonders wichtig in einem Land wie Deutschland - keine gesetzlichen Regelungen oder Vorschriften. Es gab einfach nichts. Null Infrastruktur.

Ab 1969

Richtig begonnen hat es mit dem Aufbau eines Notrufsystems im Jahre 1969, als Björn Steiger bei einem Autounfall ums Leben kam. Die Eltern gründeten daraufhin eine Stiftung, die eine bessere Nothilfe aufbauen sollte. Nach und nach wurde durch die „Starköpfigkeit“ von Herrn Steiger unter Zuhilfenahme der Öffentlichkeit und der Medien, das heutige Notrufwesen daraus. 

Ab 1971

Notrufsäulen, wie wir sie heute kennen, gab es früher ebenfalls noch nicht. 1938 wurden sie zwar an den Autobahnen installiert, aber meist nur als Betriebstelefon mit den Mitarbeitern verwendet. Sie konnten allerdings schon damals Notrufe absetzen. Erst 1971 wurde flächendeckend damit begonnen, sie an Straßen und Autobahnen anzubringen. Selbst im heutigen Handy-Zeitalter werden die 17.000 Notrufsäulen entlang den Autobahnen immer noch als erste Anlaufstelle genutzt.

1973                

1973 wurde die Einführung der beiden Notrufnummern 110 und 112 bundesweit beschlossen. Einheitliche Nummern gab es bis dahin nur in ein paar Großstädten. Wer Hilfe brauchte, musste entweder im Telefonbuch nachschlagen oder hatte die Nummern im Kopf. Rettungsleitstellen in den größeren Städten waren zudem nicht rund um die Uhr besetzt.

So wurde erst 1973 das Konzept „Notruf 73“ in einem Regierungsbezirk verwirklicht. Es ist die erste Notfallversorgung in Deutschland und ganz Europa gewesen.

1991                

1991 wird die 112 europaweit eingeführt. Selbst in Amerika kann man die 112 wählen, wird dann allerdings auf die inländische 9-1-1 umgeleitet.

 

Wie kam es eigentlich zur 112?

Wie es genau zu den Zahlen kam ist nicht geklärt. Im Internet werden verschiedene Varianten angeboten, Beweise liegen nicht vor. 

Die Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch, dass es mit den früher eingeführten Servicenummern zusammenhängt. Sie waren dreistellig und begannen mit einer 1. So waren sie leichter zu merken. Die Vermittlung hatte 101, die Störung 102. Es kamen die Nummern 103 bis 109 hinzu. Die Polizei wählte damals die 110, Feuerwehr und Rettungsdienst bekamen die 112. Das Deutsche Rote Kreuz wehrte sich lange gegen diese Notrufnummer. Sie wollten ihre damals gültige 19222 nicht aufgeben.

In manchen Büchern heißt es, dass die 111 zwar vergeben war, es aber aufgrund des Umganges mit dem Telefon, zu Problemen im analogen Netz kam, und daher diese Nummer nicht mehr verwendet wurde. 

Wann sollte die 112 angerufen werden?

 Die Nummer soll verwendet werden, wenn ein Notfall vorliegt. Ein Notfall ist aber nicht klar zu definieren, da wir einen Notfall subjektiv immer anders empfinden. 

Bei Unfällen oder Bränden ist auf alle Fälle die 112 zu wählen. Auch wenn der Verletzungszustand nicht klar erkennbar ist, bei Schock oder Ohnmacht oder wenn plötzliche Seh- oder Sprachstörungen auftreten – Schlaganfall oder Herzinfarkt möglich.

Leider verwenden viele Menschen diese Nummer falsch. Sie ist weder eine Auskunft, noch die Telefonseelsorge oder für Fragen nach Apotheken und vielem mehr gedacht. Sie ist für Notrufe!

Binnen der letzten 6 Jahre hat sich in vielen Leitstellen die Anzahl der Anrufe verdoppelt und liegt jetzt einer viertel Million Anrufern im Jahr. Liest man die Statistiken mancher Leitstellen in der Bundesrepublik, kommen sie an manchen Tagen auf 70% Anrufe, die nichts mit einem Notfall zu tun haben.

Rettungsleitstelle / Notfall-Fax

Bindeglied zwischen Anrufern und Einsatzkräften!

Die Integrierten Leitstellen nehmen alle Notrufe unter der europaweit einheitlichen Notrufnummer 112 für Feuerwehr und Rettungsdienst entgegen, alarmieren die Einsatzkräfte und begleiten deren Einsätze.

Wenn jemand in deinem Bekanntenkreis kein Handy hat und nicht sprechen kann oder ähnliches, aber ein Fax-Gerät besitzt (hergestellt nach 1993), könnt ihr hier ein Notruf-Fax herunterladen, ausfüllen und für den Notfall bereithalten. Dank der Integrierten Leitstellen in Bayern ist die Notrufnummer 112 in Bayern auch per Fax erreichbar. So können auch Personen, die nicht sprechen oder hören können, schnell Hilfe holen. Auch beim Fax-Notruf musst du keine Vorwahl eingeben.

 

 Notfallfax (45,7 KB)

Leitstelle Würzburg

26 (ILS) in Bayern für Feuerwehr und Rettungsdienst

9 (LS) Leitstellen der Polizei

 

In Bayern haben wir 26 integrierte Leitstellen (ILS) von vielen auch Rettungsleitstellen genannt. Integriert heißt in diesem Fall, dass Feuerwehr und Rettungsdienst-Notrufe alle über die 112 laufen.

Im Jahre 2002 hat der Bayerische Landtag auf Initiative der Bayerischen Staatsregierung beschlossen, ILS flächendeckend einzurichten, um nicht wie bisher Feuerwehr und Rettungsdienst getrennt alarmieren zu müssen. Dadurch können bei einem Brand oder medizinischen Notfall schnell und gezielt diejenigen Einsatzkräfte alarmiert werden, die am besten helfen können und am schnellsten vor Ort sind.

Alle ILS sind untereinander mit extra Datenleitungen verbunden und können per Datenübertragung, Telefon oder Funk Kontakt aufnehmen. Sollte eine ILS ausfallen, so kann die Nachbar ILS die Notrufe umgehend übernehmen.

In den Leitstellen sitzen in der Regel im Feuerwehrwesen und Rettungswesen geschulte Mitarbeiter, die über die modernste Informations- und Kommunikationstechnik verfügen.

Die Einrichtung einer solchen Leitstelle kostet ab ca. 1 Million Euro aufwärts und es werden viele Kilometer an Kabel verlegt.

Je nach Größe und Bevölkerungsdichte und Geschehen laufen zwischen ca. 1.000 (ILS Würzburg) und 2.300 Anrufe (Bodenseekreis) täglich auf.

 

Die Aufgaben einer Leitstelle:

Die grundsätzlichen Aufgaben einer solchen Leitstelle sind meistens gleich. Regional können natürlich noch zusätzliche Aufgaben hinzukommen. Die Hauptaufgaben sind:

  • Entgegennahme der Notrufe
  • Übersicht verschaffen, welche Rettungskräfte stehen wo zur Verfügung
  • Alarmierung der nächstgelegenen Rettungskräfte
  • Unterstützung der Einsatzkräfte durch Recherchetätigkeiten
  • Nachalarmierung von Kräften wenn Probleme bestehen
  • Koordination von THW, Notfallseelsorge und anderer Dienste
  • Planung von Krankentransporten
  • Alarmmeldungen von Brandmeldeanlagen abarbeiten
  • Zuständig für den Einsatz von Rettungshubschraubern
  • Dokumentieren die Einsätze
  • Überwachen das An- und Abmelden der Einsatzkräfte
  • Unterstützen durch Vorschläge das Geschehen vor Ort
  • Führen uns als Ersthelfer vor Ort über das Telefon, wenn wir nicht weiter wissen

 

Wie läuft das Ganze aber ab?

  • Du bist Zuhause und wählst den Notruf 112
  • Oder du bist unterwegs und wählst den Notruf 112. Der Ablauf ist der gleiche.
  • Über das Festnetz wird die Adresse automatisch mit übermittelt
  • Folgen keine weiteren Ziffern, erkennt dein Telefonanbieter, du möchtest den Notruf
  • Du landest automatisch bei der nächstgelegenen Leitstelle in deiner Umgebung
  • Du kannst keine bestimmte Leitstelle über den Notruf anwählen
  • Das System erkennt unterwegs in etwa wo du dich befindest

 

Hier bei uns landest du immer in der Leitstelle Würzburg. 

Dein ungefährer Standort und die Handynummer werden seit 2006 übermittelt, egal ob du sie unterdrückst oder nicht. Eine sogenannte Fangschaltung erkennt seitdem deine Nummer und könnte dich zurückrufen, wenn du zu bald auflegst. Hierzu ist das System trotz DSGVO berechtigt (§108 Telekommunikationsgesetz)

Wichtig!

Seit Juli 2009 kann man mit einem Handy ohne Sim-Karte keinen Notruf mehr absetzen. Die Missbrauchsrate war zu hoch. Bist du in einem Gebiet, in dem dein Handy über keine Netzabdeckung verfügt und das System erkennt, dass du einen Notruf wählst, verbindet es sich automatisch mit einem anderen Anbieter, der hier Netzabdeckung besitzt. Allerdings wird jetzt deine Nummer nicht übertragen. Dies hat technische Gründe.

 

Der Anruf kommt bei der Leitstelle an:

Jetzt wirst du entweder vom Mitarbeiter persönlich oder vom Computersystem nach einem bestimmten Muster „ausgefragt“ (siehe die 5 W-Fragen im nächsten Artikel). Je nachdem was du schilderst, löst der Mitarbeiter dann die Alarmierung aus.

Je genauer du also die Situation schilderst, umso genauer können die Rettungskräfte auch eingesetzt werden und verlieren keine Zeit mit Nachalarmierung.

Eine zusätzliche Alarmierung der Polizei ist nicht notwendig, das übernehmen die Mitarbeiter der Leitstelle.

Hat der Mitarbeiter alle Informationen, die er braucht von dir erhalten, bittet er dich das Gespräch zu beenden. Denk daran – nicht du beendest das Gespräch, sondern er. Das System trennt den Anschluss zu dir, auch wenn du vergessen solltest aufzulegen.

Nun alarmiert er nach festgelegten Standards die Einsatzkräfte über Meldeempfänger, die sog. „Piepser“, (die viele Einsatzkräfte am Hosengürtel tragen, hast du sicher schon oft gesehen) und es geht los!

Die Rettungskräfte springen in ihre Privatautos, eilen zur Dienststelle, springen dort in ihre Einsatzfahrzeuge und machen sich auf den Weg zu dir. Auf dem Weg zu dir, bekommen die Einsatzkräfte von der Leitstelle deine Informationen mitgeteilt, damit sie wissen, was auf sie zukommt.

 

„Feuerwehr oder Polizei kommen und helfen mir“

Das setzt aber voraus, dass sie wissen, wohin sie fahren müssen.

 

Warum hieß es weiter oben „in etwa“?

Nicht immer weiß der Anrufer, wo er sich befindet. Wenn ich unterwegs bin, rechne ich ja nicht mit einem Notfall und merke mir daher auch nicht ständig wo ich gerade bin, was der nächste Ort ist, wie weit es ist usw. 

Erst seit Dezember 2012 werden daher bei mobilen Notrufen auch Standortinformationen übermittelt. Hierbei handelt es sich um keine punktgenaue GPS-Information, sondern lediglich eine Information zur aktuellen Funkzelle.

Stell dir vor, du siehst einen Fahrradfahrer, der stürzt mit dem Fahrrad im Wald. Du rufst den Notruf an, der Mitarbeiter dort fragt dich wo du bist, du kannst es aber nicht genau sagen.

Wir haben oben ja schon geschrieben, dass der Mobilfunkanbieter die Funkzelle deines Handys mitteilen muss. Das Problem ist aber, je nach Ort und Mobilfunkanbieter kann so eine Funkzelle schon mal mehrere Quadratkilometer groß sein.

Ein Quadratkilometer sind ca. 140 Fußballfelder! Da kann eine Suche nach euch ganz schön lange dauern! Hier ist man dabei, dies zu ändern und die Koordinaten exakter bereitstellen zu können. In manchen Teilen Deutschlands laufen dazu auch schon Versuche.

Jetzt ist es von Vorteil, wenn dein Handy GPS Koordinaten erstellen kann. Dann kannst du sie selbst ermitteln und an die Leitstelle durchgeben. Viele Handy heutzutage können dies schon mit eigenen Mitteln, ansonsten gibt es kostenlose GPS-Apps, die da helfen können.

Du kennst es ja aus dem Alltag. Die sogenannte 100% Netz-Verfügbarkeit ist bei den meisten Handyanbieter noch Wunschdenken. Was, wenn mein Handy an der Stelle keinen Empfang hat? Viele Handys haben heute die Möglichkeit, sich an Ort und Stelle in ein anderes Netz einzubuchen und den Notruf zu wählen. So kann trotzdem Hilfe geholt werden.

Wie schnell passiert ein Unfall. Meistens rechnen wir nicht damit. Wie reagiere ich jetzt?

Theoretisch hat jeder Autofahrer gelernt, wie er sich in einem Unfall verhalten soll! Doch wenn auf einmal ein Notfall Realität wird, der Puls oben ist und Panik aufkommt, ist es nicht mehr so leicht, ruhig zu bleiben und das Richtige in der richtigen Reihenfolge zu tun.

Nicht verzweifeln! Du schaffst das!

Lauf nicht weg!

Helfe, aber bring dich nicht in Gefahr!

Sichere die Unfallstelle ab! (Warnblinker, Warnweste, Warndreieck)

Notruf wählen!

Unterstützung durch andere holen!

Erste Hilfe leisten!

 

Sobald du den Notruf absetzt, hast du Hilfe am Telefon! Die Mitarbeiter in der Leitstelle sind als Rettungssanitäter und als Feuerwehrmitarbeiter geschult. Schildere ihnen was du vor dir siehst und sie erklären dir telefonisch was du tun sollst. Du bist nicht allein!

Die 5 W-Fragen

Stell dir diesen Anruf nicht wie ein Gedicht in der Schule vor! Am anderen Ende der Leitung sitzt niemand, der darauf wartet, dass du die 5-W-Fragen „aufsagst“. Der Mitarbeiter ist geschult und stellt dir alle Fragen, deren Antworten er wissen muss. Er hilft dir auch, wenn du nun nicht weißt was du weiterhin tun sollst und unterstützt dich über das Telefon.

Kann ich etwas falsch machen?

Ja, aber nur wenn du "aus Spaß" dort anrufst, ansonsten nein!

 

Was ist passiert?      

Abhängig davon, ob es sich um einen Unfall, ein Feuer oder eine sonstige technische Hilfeleistung handelt, werden unterschiedliche Fahrzeuge alarmiert – beim Müllcontainerbrand kommt die Feuerwehr mit einem Löschfahrzeug, beim Handtaschenraub die Polizei im Streifenwagen.

Wo ist es passiert?   

Hier ist nicht nur die möglichst genaue Straßenbezeichnung samt Hausnummer (wenn zutreffend) hilfreich, sondern auch der Ort, in dem der Notfall passiert ist. Häufig werden durch die Leitstellen große Gebiete bearbeitet, in dem es dann mehr als eine „Hauptstraße“ oder „Bahnhofsstraße“ gibt. Die Nennung des Ortes vermeidet, dass in mehreren Gemeinden Rettungskräfte alarmiert werden.

Wie viele Verletzte /  betroffene Personen sind es?  

Vom einzelnen Fußgänger bis zum vollbesetzten Schulbus – abhängig von der Anzahl der gefährdeten Menschen werden unterschiedlich viele Rettungsmittel benötigt. Wenn die Leitstelle dies bereits beim Notruf erfährt, kann sie zielgerecht alarmieren.

Wer ruft an?             

Gerade, wenn eine Einsatzstelle beispielsweise beim außer Kontrolle geratenen Lagerfeuer im Wald schwer von außen zu finden ist, ist es für die Einsatzkräfte hilfreich, wenn die Leitstelle den Anrufer nochmals kontaktieren kann. Wichtig, wenn dein Handy sich über ein fremdes Netz mit der Leitstelle verbindet, da ja deine Nummer nun aus technischen Gründen nicht mit übermittelt wird und der Mitarbeiter nicht mehr zurückrufen kann, wenn du aufgelegt hast.

Warten auf Rückfragen 

Aufregung und Anspannung sind normal – schließlich wählt man nicht jeden Tag den Notruf! Falls man nun in der Hektik eine wichtige    Angabe vergessen hat, werden die routinierten Leitstellenmitarbeiter dies abfragen. 

Daher sollte man nie als erster auflegen, sondern warten, bis die Notrufstelle erklärt hat, dass sie alle Informationen hat.

Die Notrufsäule

Dein Auto streikt oder du kommst zu einem Unfall. Weißt du jetzt genau wo du bist und wie weit die nächste Ausfahrt weg ist? Sicher nicht, wenn du nicht gerade an einer Infotafel vorbeigefahren bist!

Das ist der große Vorteil der Notrufsäulen und auch der Grund,warum sie trotz Handyzeitalter so oft genutzt werden. Sie machen eine exakte Standortbestimmung möglich! Auch Funklöcher oder leere Akkus kennen sie nicht...

Wir kennen die orangenen Säulen entlang der Autobahn. In Deutschland sind ca. 17.000 Notrufsäulen aufgestellt, die 2018 allein an den Autobahnen über 52.000 mal genutzt wurden und das in Zeiten des Mobiltelefons!

Alle 2 km stehen sie entlang der Autobahn. Kleine schwarze Pfeile an Leitpfosten oder Leitplanke weisen uns den Weg zur nächstgelegenen Säule.

Hinweis auf die kürzeste Strecke zur Notrufsäule. 

Vor Jahren wurden wir mit der zuständigen Autobahnmeisterei verbunden. Seit 1999 werden die Notrufsäulen vom Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) betrieben. Ein Anruf an der Säule landet bei der GDV in Hamburg.       

Gemäß Statistik GDV:

Ca. 41.673 Anrufe wegen Pannen oder Notrufen

Ca. 10.790 Anrufe wegen Personen auf der Fahrbahn, Falschfahrer, Gegenstände auf der Fahrbahn, Böschungsbränden usw.

Ca. 144 Anrufe am Tag

Ca. 4 Anrufe pro Kilometer

Immer auch die Säule verwenden, die auf meiner Fahrbahnseite liegt, nicht die Autobahn überqueren, weil die Säule näher ist. 

Ältere Notrufsäulen sind noch mit einer Klappe versehen, neuere aber mit getrennten Tasten für Notruf oder Panne, so wird der Anruf gleich richtig zugeordnet.

Die rote Taste ist für den Unfallnotruf:                                                                               (Bild GDV)

Die Notrufzentrale stellt eine Verbindung zur Polizei oder zu Rettungskräften her. So kann eine schnelle Hilfe vor Ort sichergestellt werden.

Die gelbe Taste hilft bei Fahrzeugpannen: 

Betätigt man diese Taste, klärt der Notrufagent am anderen Ende der Leitung zunächst ab, ob das Auto sicher am Seitenstreifen steht. Ist dies nicht der Fall, wird sofort die Polizei kontaktiert, damit die Gefahrenstelle gesichert werden kann. Steht das Auto sicher auf dem Seitenstreifen, fragt der Notrufagent nach der Art der benötigten Hilfe: Ist der Sprit ausgegangen? Reifen geplatzt oder qualmt der Motor?

 

Achtung wenn die Säule blinkt!

Blinken die Säulen in deinem Streckenabschnitt, wirst du vor einem Geisterfahrer oder ähnlicher Gefahr gewarnt! 

Der Einsatz der Notrufsäulen wird in den nächsten Jahren mehr und mehr zurückgehen. Zum einen werden die Handyortungen immer besser, zum anderen werden die Autos seit 2018 verpflichtend mit dem e-call-Notruf ausgestattet und senden bei einem schweren Unfall automatisch ihren Standort, können aber auch manuell bedient werden.

Das Bundesamt für Straßenbau prüft gerade mit anderen Firmen, ob die Säulen für andere Tätigkeiten umgerüstet werden könnten. Ein Einsatz im Bereich des vernetzten Fahrens wäre möglich....

Bild: Herz.at 

Viele bewusstlose Betroffene müssten nicht sterben, wenn Personen in der Nähe schnell handeln und helfen würden und verstanden hätten, dass hier Eile geboten ist. Ausreden, wie ich ekel mich vor der Beatmung zählen schon lange nicht mehr, wie hier zu lesen ist.

Jeder von uns ist in der Lage, eine bewusstlose Person wiederzubeleben, traut es sich aber nicht zu, obwohl es schon Kinder in der Schule lernen und oft bewiesen haben, dass "sie es drauf haben". 

Für die Menschen, die gerne helfen möchten, aber nicht mehr wissen wie, ist diese Seite gemacht..

 

  • Wir geben dir ein paar Hintergrundinformationen zum Thema Wiederbelebung

  • Du erfährst  etwas über Herzinfarkt und Herzstillstand

  • Unter Prüfen – Rufen – Drücken liest und siehst du die erforderlichen Maßnahmen bei Erwachsenen und Kindern

  • Du erfährst Wichtiges über den Einsatz und Umgang mit einem AED, einem Defibrillator

  • Interessiert dich ein Teil nicht, dann scrolle einfach nach unten zum nächsten Stichpunkt....

 

Die gute Nachricht:

Wenn du einen bewusstlosen Menschen auffindest, ist jede Hilfe besser als gar keine. Die Situation kann für den Betroffenen nur noch besser werden.

 

In den ersten Minuten nach einem Herzstillstand ist nicht die Beatmung entscheidend, sondern den Blutfluss durch Herzdruckmassage wieder in Gang zu bringen. Prof. Dr. Dietrich Andresen

 

 

Die schlechte Nachricht:

Viele wissen das leider nicht! Leider helfen viele erst gar nicht, aus Angst etwas falsch zu machen und wissen nicht, dass sie dadurch eigentlich erst das Leben des Betroffenen schon besiegelt haben.

Studien haben ergeben, dass bei sofortiger Hilfe die Chance einen Herzstillstand zu überleben, zwei bis dreimal höher ist, wenn du hilfst! 

 

Pro Minute Herzstillstand sinken die Überlebenschancen um jeweils 10 Prozent. Prof. Dr. Dietrich Andresen

 

Ein paar Zahlen aus Studien:

  • Schweden empfiehlt seit 2010 allen seinen Ersthelfern sich lieber auf die Herzdruckmassage zu konzentrieren und nicht auf die Beatmung
  • Die Bereitschaft zu helfen ist seitdem um das 6fache gestiegen
  • Über 50.000 Menschen jährlich erleiden in Deutschland einen Herz-Kreislauf-Stillstand außerhalb eines Krankenhauses
  • Nur 10% von ihnen überleben
  • Nur 3 bis 5 Minuten ohne Blutfluss reichen aus, um das Gehirn absterben zu lassen
  • Nur in 39% aller Fälle trauen sich die Menschen zu, zu helfen
  • Eine  Reanimation kann die Überlebenschance verdoppeln oder verdreifachen

 

„Eigentlich“ sind es nur diese 3 Punkte:

  • Prüfen, ob der Betroffene bewusstlos ist und nicht richtig atmet
  • Die 112 rufen und schildern was ich sehe
  • Danach sofort mit der Herzdruckmassage beginnen

 

Hier setzen jetzt unsere Ängste ein:

> > > Ich weiß nicht mehr wann, was und wie oft

Bis vor 2 Jahren galt der Satz: 30x drücken und 2x beatmen. Das ist richtig - für ausgebildetes Personal.

Dazu zählen wir als Laienhelfer nicht.

Große Studien aus Schweden allerdings haben festgestellt, dass die Beatmung durch Laien oft nicht den gewünschten Erfolg gebracht hat und viel Zeit damit vertan wurde, die dann bei der Herzdruckmassage fehlte. Vor allem wenn man alleine als Helfer da ist.

Das heißt: Laienhelfer sollten sich auf die Herzdruckmassage beschränken und nicht wertvolle Zeit mit der Beatmung verlieren!

 

> > > Wenn ich helfe, muss ich ja auch beatmen. Davor ekel ich mich.

 Wenn du geübt bist in der Beatmung, du es sicher und schnell kannst und es dir zutraust, dann mach es! 

Ansonsten konzentriere dich auf die Herz-Druck-Massage! 

In schwedischen Befragungen wurde festgestellt, dass der Hinweis, eine Herz-Druck-Massage ist auch ohne Beatmung hilfreich und dass dies sogar Kinder in den Schulen lernen, die Bereitschaft zur Hilfe steigert.

Auch bei uns wurde daher schon lange festgelegt, dass die alleinige Herzdruckmassage sofort und richtig ausgeführt, dem Betroffenen mehr hilft, wie ein zusätzlicher Versuch des Beatmens und damit Zeit verloren geht. Siehe im Internet

  • Deutsche Herzstiftung
  • Bundesministerium für Gesundheit
  • Gesundheitsinformations.de und viele mehr...

Ein Erwachsener hat für ca. 7 bis 8 Minuten Sauerstoff im Blut. Hier ist es wichtig, dass der Sauerstoff ins Gehirn gelangt, denn dorthin muss er. 

Das heißt, du musst permanent den Kreislauf in Schwung halten – durch die Herzdruckmassage. Das ist wichtiger als beatmen.

Erst nach etwas 10 Minuten ist der Sauerstoff im Körper verbraucht und es wird kritisch für den Betroffenen. Bis dahin sind aber meist die Retter oder andere Helfer schon vor Ort, die sich vielleicht eine Batmung zutrauen und es versuchen, ohne dass du mit der HDM aufhören musst.

Aus diesem Grund ist der Notruf am Anfang wichtig!

 

> > > Ich habe Angst, das es kein Herzstillstand ist und ich dann Schäden mit der Herzdruckmassage anrichte.

Nein, es können keine Schäden entstehen. Handelt es sich nicht um einen Herzstillstand sondern „nur“ um eine kurze Ohnmacht, dann „wacht“ der Betroffene wieder auf und kommt zu Bewusstsein. Du beendest dann einfach die Massage.

 

> > > Ich habe Angst der Person die Rippen zu brechen.

Ok, dass könnte passieren. Aber es ist nicht die Regel. Schlimmer wäre es für den Betroffenen, wenn du aus Angst davor, die Herzdruckmassage nicht richtig durchführst und nicht mind. 5 bis 6 cm tief drückst. 

 

> > > Ich rufe lieber nur Hilfe und warte auf den Rettungsdienst, dann passiert nichts und ich habe auch geholfen.

Gut dass du angerufen hast, aber passiert jetzt nicht mehr, wäre es für den Bewusstlosen das Schlimmste! In der Regel braucht der Rettungsdienst ca. 10 Minuten bis er an Ort und Stelle ist. Diese Zeit hat der Bewusstlose nicht. Siehe oben! Er hat für ca. 8 Minuten Luft im Blut.  Die müssen im Kreislauf in Schwung gehalten werden. Je länger du Zeit verstreichen lässt mit der Herz-Druck-Massage, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Betroffene stirbt.

 

So erkennst du einen Herzinfarkt:

Bei einem Herzinfarkt kommt es zum Verschluss eines Herzkranzgefäßes mit einem Blutpropfen. Diese Herzteile werden nicht mehr durchblutet. Der Betroffene  klagt über folgende Schmerzen.

  • Lang anhaltender Brustschmerz (länger als 5 Minuten), meist unter dem Brustbein (Abbildung A und D)
  • Manchmal nur im Rücken, zwischen den Schulterblättern (Abbildung C)
  • Schmerzen im Oberbauch, oft als Bauchschmerzen falsch gedeutet (Abbildung B)
  • Schmerzen im linken Arm, die auf einen Infarkt hindeuten, sind wesentlich seltener als über sie gesprochen wird
  • Es handelt sich um flächenhaften Schmerz, keinen der piekt oder sticht
  • Der Schmerz ist oft brennend, drückend oder einengend
  • Der Betroffene wird oft blass, er schwitzt

Wie sollst du dich verhalten?

  • Sofort bei Verdacht auf Herzinfarkt den Notruf wählen - 112
  • Bei der betroffenen Person bleiben, sie nicht alleine lassen
  • Nicht abwarten ob es besser wird (die Nacht abwarten, das Wochenende abwarten usw.)
  • Darauf einstellen, dass ein Herzstillstand folgen kann und eine Wiederbelebung stattfinden muss
  • Bequeme Lagerung der Person, Oberkörper leicht erhöht lagern
  • Beengende Bekleidung öffnen
  • Fenster öffnen
  • Ruhe bewahren, das gibt dem Betroffenen Ruhe

Es kommt zum Herzstillstand:

  • Das Herz hört von jetzt auf gleich auf zu schlagen
  • Es fließt kein Blut mehr, der Blutdruck sinkt auf „0“
  • Ca. 10 Sekunden später wird die Person bewusstlos
  • Die Organschädigung tritt ein, insbesondere im Gehirn
  • Die Überlebenschance sinkt von Minute zu Minute, sofern keine Wiederbelebung stattfindet

 

Dein erste Hilfe Kurs liegt schon etwas zurück? Dann helfen dir sicher unsere Stichpunkte weiter.

 

Prüfen – Rufen – Drücken

 

Prüfen:

Bewusstsein / Bewusstlosigkeit prüfen

  • Person berühren oder kräftig schütteln
  • Person ansprechen, Fragen stellen

 

Bewusstlosigkeit erkennen

  • Person reagiert nicht
  • Muskeln völlig erschlafft

 

Atmung kontrollieren

  • Atmung kontrollieren 
  • Kopf leicht überstrecken um Atemwege freizumachen - Kopf nach hinten neigen, Kinn leicht anheben und Mund öffnen, wenn möglich Fremdkörper entfernen
  • Hören, ob die Person atmet (mit dem Ohr nahe an den Mund)
  • Röcheln oder Schnappatemgeräusche sind keine richtige Atmung!
  • Fühlen ob die Person atmet ( ich spüre den Atem auf meiner Wange)
  • Sehen ob die Person atmet (ich beobachte, ob der Brustkorb sich hebt oder senkt)
  • bist du dir nach ca. 10 Sekunden immer noch nicht sicher, ob die Person atmet, lieber wiederbeleben, nicht groß Puls suchen usw.

 

Rufen:

  • Die 112 anrufen oder anrufen lassen und Symptome schildern
  • Sind Personen in der Nähe, diese herrufen und sie den Notruf wählen lassen
  • Du beginnst mit der Herzdruckmassage

 

Atmung vorhanden

  • Stabile Seitenlage
  • Betroffenen zudecken und warm halten (Rettungsdecke)
  • Betroffenen betreuen, Atmung und Bewusstlosigkeit immer wieder kontrollieren, ruhig einmal über den Kopf streicheln und beruhigend auf die Person einreden, sie spüren diesen Kontakt und Hilfe auch in der Bewusstlosigkeit!

 

Keine Atmung vorhanden / es bestehen Zweifel an der Atmung / nur Schnappatmung

  • In den ersten Minuten nach einem Kreislaufstillstand kann es sein, dass die betroffene Person noch atmet – ihre Atemzüge sind dann jedoch nicht normal, sondern unregelmäßig, besonders langsam, besonders tief oder mit einem schnarchähnlichen Geräusch verbunden.
  • Gefahr des Kreislaufstillstandes – jetzt muss alles schnell gehen
  • Nicht damit aufhalten, den Puls zu fühlen

 

Drücken

                  

  • Person mit dem Rücken auf eine harte Unterlage (kein Sofa oder Bett)
  • Die Kleidung muss nur geöffnet werden, wenn sie zu dick wäre oder der Defibrillator zum Einsatz kommt
  • Auf Knöpfe oder Schmuck achten, die im Brustkorbbereich im Weg wären, sie zur Seite schieben
  • Auf Höhe der Schulter neben die Person knien – Seite egal
  • Handballen der einen Hand auf Höhe der Brustwarzen in Brustkorbmitte auflegen und mit zweiter Hand auf den Handrücken der ersten Hand drücken
  • Deine Arme bleiben gestreckt, es wird mit dem Gewicht des eigenen Oberkörpers Druck aufgebaut, nicht mit deinen Armen, du ermüdest sonst zu schnell, eventuell musst du lange durchhalten!
  • Keine Zeit mit Beatmen verlieren
  • Bei einem Erwachsenen muss der Druck ca. 100 bis 120x pro Minute ausgeführt werden
  • Wenn du im Gedanken das Lied „Staying Alive“ von den Bee Gees mitsummst, oder eins der anderen unten (je nach Musikgeschmack), hast du den richtigen Takt von 100 bis 120 beats pro Minute – höre sie dir im Internet einmal an
  • Nun in diesem Rhythmus bei Erwachsenen 5 bis 6 cm tief den Brustkorb drücken, die Personen in den Videos sind bei Bewusstsein und aus diesem Grund wurde nicht so tief gedrückt. An den Dummys sieht man die richtige Ausführung!

·      1. Bee Jees: „Stayin' Alive“

·      2. Helene Fischer „Atemlos“

·      3. Lady Gaga „Bad Romance“

·      4. ACDC: „Highway to Hell“

·      5. Karel Gott: „Biene-Maya-Titelsong“

·      6. The Beatles: „Yellow Submarine“

·      7. Bruno Mars: „Treasure“

·      8. Beyoncé: „Crazy in Love“

·      9. Lynrd Skynrd: „Sweet Home Alabama“

·      10. ABBA: „Dancing Queen“

 

Wiederbelebungsmaßnahmen bei Erwachsenen (Video)

 

 

Wiederbelebung bei Kindern

 

Der Unterschied zum Erwachsenen:

Wie bei Erwachsenen gilt: Sie müssen ein Kind wiederbeleben, wenn es bewusstlos ist und nicht (ausreichend) atmet. 

Bei Kindern ist der Grund dafür meist eine behinderte Atmung, etwa weil ein verschluckter Gegenstand die Luftröhre blockiert. 

Deshalb beginnt man die Reanimation beim Kind mit der Atemspende, bevor man eine Herzdruckmassage macht.

Bei Erwachsenen dagegen ist häufiger das Herz für Atem- und Kreislaufstillstand sowie Bewusstlosigkeit verantwortlich.

Deshalb startet man bei ihnen die Wiederbelebung mit der Herzdruckmassage.

 

Wiederbelebung bei Kindern (Video)

 

 

Einsatz des AED (Automatisierter Externer Defibrillator)

        

Wenn vorhanden und mehrere Helfer vor Ort, dann Einsatz eines AEDs. Hierbei handelt es sich um ein medizinisches Gerät zur Abgabe von Stromstöße durch Laien-Ersthelfer. 

  • Die Geräte können unterschiedlich aussehen, doch die Funktion ist immer die gleiche.
  • Bei Einsatz an Kindern darauf achten, ob der AED für Kinder zugelassen ist oder ob ich eventuell andere Elektroden anschließen muss
  • Den Anweisungen des Gerätes folgen
  • Bis Gerät einsatzfähig ist, mit der Herz-Druck-Massage beginnen, bzw. weitermachen
  • Ganz wichtig: Der AED ersetzt nicht die Herzdruckmassage! Diese darf keinesfalls durch das Herbeiholen eines AED verzögert oder unterbrochen werden! 

  • Jede Verzögerung oder Unterbrechung der Herzdruckmassage – sowohl beim Anlegen der Defibrillationsaufkleber, beim Befolgen der Sprachanweisungen des AED sowie unmittelbar vor und nach der Defibrillation – verringert die Wahrscheinlichkeit, dass die Patientin/der Patient überlebt. Denn innerhalb kürzester Zeit sinkt der Blutdruck, wodurch die Durchblutung des Gehirns zusammenbricht. Erst eine gewisse Zeit nach einer erneut begonnenen Herzdruckmassage wird der Blutdruck wieder wie zuvor aufgebaut. Es ist deshalb wichtig, die Zeit, in der keine Herzdruckmassage durchgeführt wird, möglichst kurz zu halten. 

 

Einsatz eines Defibrillators für Laien (Video)

 

Wir hoffen, dass dir diese Zusammenfassung etwas Klarheit gebracht hat, dir die Angst vor der Herz-Druck-Massage etwas genommen wurde und du nun weißt, wie du und das du handeln musst. Wenn durch dein Eingreifen, ein Menschenleben gerettet werden kann, wäre das mega!

Denke immer daran: Falsch ist nur nichts zu machen...

An dieser Stelle bedanken wir uns bei allen Instituionen, deren Mitarbeiter uns die Erlaubnis zum Verwenden einiger Bilder gegeben haben!

Fettbrand

In der kalten Jahreszeit kommt es wieder vermehrt zum Einsatz von Töpfen und Pfannen zum Frittieren, das Fondue wird wieder hervorgeholt und die Fritteuse zaubert leckeres Essen, im Sommer wird gegrillt usw. Alles Situationen, bei denen Verbrennungen oder Fettbrände entstehen können.

 

Wodurch entsteht ein Fettbrand?

  • Durch technischen Defekt des Gerätes (defekter Temperaturregler)
  • Durch Unachtsamkeit (Pfanne nicht beaufsichtigt)
  • Durch unsachgemäße Bedienung
  • Brände sind im gewerblichen und privaten Bereich möglich

Vorbereitungen zum Frittieren:

  • Fritteuse nicht unter die Dunstabzugshaube stellen, „damit es nicht so riecht“ (das Innenleben der Haube ist schon voll Fett durch andere Kochvorgänge und kann sich entzünden) 
  • Kochhandschuh, Backblech oder passende, trockene Metalldeckel bereitlegen (nicht am Herd, da komme ich später evtl. nicht mehr ran)
  • Keinen Glasdeckel verwenden, um ein Feuer zu ersticken, der könnte zerspringen
  • Fettbrandlöscher bereithalten, besser als eine Löschdecke

 

Rauchende Pfanne:

Wie schnell passiert es einmal, dass man das Öl oder Fett auf den Herd stellt, die Küche verlässt, das Fett vergisst und erst daran erinnert wird, wenn es „komisch riecht“. Man kommt in die Küche zurück und die Pfanne raucht. 

4 Minuten sind für einen Brand und wenig Fett in der Pfanne ausreichend!

  • Das Öl oder Fett hat sich über den Flammpunkt erhitzt
  • Herd ausschalten und Gefäß abdecken, auskühlen lassen, Deckel nicht öffnen
  • Noch einmal gut gegangen

Rauchende Pfanne 

Brennende Pfanne:

Wer jetzt zu Wasser greift, begibt sich in Lebensgefahr!                                                                                                                  

  

 

Wer schon einmal Fleisch abgewaschen hat, es aus Bequemlichkeit nicht abgetrocknet und gleich in eine Pfanne mit heißem Öl oder Fett gelegt hat, weiß wovon hier gesprochen wird.

Wie immer, wenn wir mit heißem Fett oder Öl arbeiten,  kann es zu Verbrennungen kommen und im schlimmsten Fall zu einem Fettbrand. Schnell kann sich daraus ein Großbrand entwickeln, der den Einsatz der Feuerwehr hervorruft.

Wie soll ich mich verhalten?

  • Ruhe bewahren!
  • Wenn die Pfanne oder Fritteuse brennt, nicht mit Wasser oder anderen Getränken löschen

  • Ist der Brand zu groß, die 112 anrufen!
  • Gesicht, Arme und Hände schützen
  • Kochhandschuh anziehen
  • Einen trockenen Deckel oder auch trockenes Backblech über die Pfanne stülpen, um dem Feuer den Sauerstoff zu entziehen
  • Keinen Glasdeckel verwenden, der könnte zerspringen
  • Pfanne von der Kochstelle ziehen und auskühlen lassen, nicht herumtragen, Herd abschalten
  • Nicht nachschauen, ob das Feuer aus ist, kommt neuer Sauerstoff hinzu, kann es sich wieder entzünden
  • Fettfeuerlöscher verwenden!
  • Löschdecken nur dann verwenden, wenn sie auch für Fettbrände ausgelegt sind, ansonsten brennen sie nur durch
  • Löschdecken sollten in der Küche nach neuesten Erkenntnissen nicht verwendet werden
  • Hilfreich sind Fettbrand-Löschpolster, sie werden einfach in die brennende Pfanne oder Fritteuse, Fonduegeräte usw. „geworfen“. – Achtung Spritzgefahr!
  • Muss die Brandbekämpfung mit dem Feuerlöscher durchgeführt werden, dann nur spezielle Fettbrandlöscher für die Brandklasse F (Aufdruck auf dem Feuerlöscher) oder Kombigeräte für die Klasse A (Festbrand) und F (Fettbrand) verwenden. Manche ältere Löscher haben eine Beschriftung, dass sie für Fettbrände geeignet sind.
  • Fritteusen mit automatischer Temperaturregelung verwenden
  • Nach dem Abkühlen, die Fritteusen von Speiserückständen reinigen, hält das Fett länger einsatzfähig
  • Frittierfett / -öl spätestens nach ca. 20 Stunden austauschen
  • Heißes Fett nie umfüllen, schon gar nicht in Plastikbehälter oder Konservendosen
  • Brandwunden sofort mit viel Wasser ausreichend kühlen
  • Den größten Topfdeckel nicht in der Nähe des Herdes lagern, eventuell komme ich dann nicht mehr ran, um das Gefäß abzudecken.

 

Wie entsteht ein Fettbrand?

Fett wird erhitzt und beginnt zu sieden. Unser Herd in der Küche schafft locker eine Temperatur von 400°C. Wird die Wärmezufuhr nun nicht verringert, überhitzt das Fett und es beginnt zu rauchen. 

Ab einer Temperatur von ca. 280°C kann sich das siedende Fett selbst entzünden. Die oberste Schicht des Fettes ist nicht mehr flüssig sondern gasförmig.

Die so entstehenden feinsten Partikel haben eine sehr große Oberfläche und können daher leicht mit dem vorhandenen Luftsauerstoff reagieren. Das Dampf-Luftgemisch entzündet sich dabei selbst.

Dies sieht im ersten Moment schlimm aus, ist aber noch beherrschbar. Küchenhandschuh an, trockenen Metalldeckel oder Backblech auf die Pfanne, fertig! 

Leider haben viele Pfannen nur noch Glasdeckel, dann lieber gleich das Backblech verwenden.

 

Leider greifen viele aber zu Wasser... Jetzt kommt die große Gefahr!

Instinktiv denken wir im Zusammenhang mit einem Brand sofort an Wasser als Löschmittel.

Viele greifen jetzt zum nächsten Gefäß, füllen es mit Wasser und schütten es über die Flammen - ein absolut falscher Gedanke.

Fettbrand.de

Gießt man beim Löschversuch Wasser in das heiße Fett, sinkt das Wasser aufgrund seiner Dichte auf den Boden des Gefäßes ab und verdampft sofort durch die Hitze des Öles oder Fettes. Deshalb entstehen aus einem Liter Wasser schlagartig ca. 1673 Liter Wasserdampf. 

Durch die Verdampfung dehnt sich das Volumen des Wassers sehr stark aus und das brennende Öl/Fett wird aus dem Gefäß geworfen und verbindet sich mit dem Sauerstoff in der Luft und entzündet sich.

Jedes Wassermolekül reißt ein Fettteilchen mit sich und versprüht es. Das emporgerissene Fett kann schlagartig verbrennen. Wir nehmen diesen Vorgang als Explosion wahr, eine Fettexplosion.
Dieser Vorgang ist nicht mehr auf die Pfanne beschränkt, sondern kann sich im ganzen Raum verteilen. Aufgrund der dabei freigesetzten Hitze, werden die Fetttröpfchen nach oben getragen (Kamineffekt). Das macht sich optisch durch die charakteristisches Feuersäule bemerkbar, die schnell nach oben steigt.

Die Auswirkungen in einem geschlossenen Raum, wie z.B. der Küche sind verheerend. Für die anwesenden Personen besteht die Gefahr schwerster Verbrennungen.

 

Tabelle Rauchpunkt von Öl und Fett

Bei den heutigen Herdarten ist eine Pfanne innerhalb weniger Minuten über 350°C heiß. Nicht jedes Öl oder Fett verträgt diese hohen Temperaturen.

Absolut ungeeignet für hohe Temperaturen und scharfes Anbraten sind:

  • Kaltgepresste Öle
  • Öle mit mehrfach ungesättigten Fettsäuren und einem niedrigen Rauchpunkt
  • Sie eignen sich nur zum schonenden Anbraten
  • Ein hoher Rauchpunkt ist zwar sicherer gegen einen Fettbrand, aber besteht das Fett oder das Öl aus mehrfach ungesättigten Fettsäuren, so ist es dennoch nicht hitzestabil und zersetzt sich in gesundheitsgefährdende Stoffe – Beispiel Traubenkernöl

 

Fett / Öl

Rauchpunkt in °C

Kaltgepresstes Olivenöl / Butter

Ca. 130 bis 175

Kaltgepresstes Rapsöl

Ca. 130 bis 190

Öl raffiniert

Ca. 200 und darüber

Kokosfett / Maiskeimöl / Ghee

Ca. 205

Palmfett

Ca. 220

Erdnussöl / Rapsöl /

Ca. 230

Advocadoöl

Ca. 260°C

 

Fettbrandlöscher

Sind der ideale Feuerlöscher in der Küche. 

Der Fettbrandlöscher ist ein spezieller Feuerlöscher, der ein wasserfreies Löschmittel enthält. Außer für das Löschen von Fettbränden (Brandklasse F) ist er auch für Löscharbeiten bei brennenden Feststoffen (Brandklasse A) und brennenden Flüssigkeiten (Brandklasse B) geeignet.

 Selbst für brennende Elektrogeräte bis 1.000 Volt kann er verwendet werden. 

 Besser als Feuerlöschdecken, die bei Fettbränden meist versagen. (Namhafte Hersteller haben deshalb schon Produkte zurückgezogen)

Diese Fettlöscher sind meist über mehrere Jahre haltbar und können ähnlich einer Sprühdose eingesetzt werden, auch wenn die Fritteuse noch am Strom angeschlossen ist. Sie sind in verschiedenen Größen erhältlich.

Funktionsweise Fettbrandlöscher

Das Löschmittel, das die Fettbrandlöscher enthalten, besteht aus konzentrierten Salzlösungen, die bei Kontakt mit dem brennenden Fett verseifen. So bilden sie eine kompakte Schicht auf dem Feuer und verhindern, dass weiterer Sauerstoff an das Feuer gelangt. Damit wird das Feuer erstickt. Zusätzlich hat die Löschmittelschicht eine kühlende Wirkung. Sie senkt die Temperatur des Fettes unter die Temperatur, die für eine Selbstentzündung notwendig ist. So wird das Wiederaufflammen des Feuers verhindert.

      

Schaumlöscher enthalten Wasser sind daher nicht für Fettbrände geeignet. 

Pulver- oder CO-Löscher sind zwar einsetzbar, jedoch nicht ideal. Die Pulverwolke oder das Gas verteil sich im Raum. So entsteht keine Kühlwirkung, der Fettbrand kann sich wieder neu entzünden und die Küche wird zusätzlich verschmutzt.

 

Denkt bitte an diese Punkte, wir kommen lieber zum Essen als zum Löschen!

Eure Feuerwehr! 

ADAC Rettungskarte

Die Retter sind schnell vor Ort und stehen dann aber vor dem Problem das Auto nicht zu kennen. Die Autohersteller machen moderne Fahrzeuge immer sicherer. Doch nach einem Unfall können versteckt verbaute Airbags oder Hochvolt-Stromleitungen Rettungskräfte oder Unfallopfer gefährden. 

(Bild: Freundliche Leihgabe ADAC)

Die Fahrzeugsicherheit stellt beim Fahren ein dickes Plus dar, aber beim Retten erschwert sie die Aufgabe der Helfer. Aus diesem Grund sollte sich jeder Autofahrer seine spezielle Rettungskarte auf der ADAC Seite herunterladen und oben unter der Sonnenblende deponieren. Alles Wissenswerte dazu findest du dort auf der Seite.

Die Vorteile dieser Karte:

  • Genaue Informationen zum Fahrzeug für Rettungskräfte
  • Schnellere Rettung von Fahrzeuginsassen
  • Kostenloser Download der Rettungskarte

 

Als Beispiel siehst du hier zwei Rettungskarten von SEAT und BMW

 Rettungskarte SEAT (179,5 KB)

           

 Rettungskarte BMW (812,0 KB)

 

Bundesweit haben sich Feuerwehren und Schornsteinfeger aktiv für die Pflicht, Rauchmelder installieren zu müssen, eingesetzt. Unterstützung erhielten sie aus vielen Gruppierungen. Vor allem vom gemeinnützigen Forum Brandrauchprävention e.V., das die im Jahr 2000 gegründete Aufklärungskampagne „Rauchmelder retten Leben“ betreibt. Mitglieder des Forums sind u.a. der Deutsche Feuerwehrverband (DFV) und die Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes (vfdb).

Im Jahr 2001 wurde die Aktion “Rauchmelder retten Leben”gestartet. Unsere Feuerwehr möchte einen Teil dazu beitragen und dir ein paar Informationen zum Thema Rauchmelder, Feuer, Gefahren für die Gesundheit usw. näherbringen. Vor allem der bei einem Brand entstehende Brandrauch wird dabei meistens unterschätzt!

Seit 2018 sind Rauchmelder überall Pflicht, doch kontrolliert wird die Anbringung meistens nicht. Mit diesen Artikeln wollen wir als vorbeugenden Brandschutz auf die Gefahren bei einem Brand hinweisen.

Was viele nicht wissen: die Rauchmelderpflicht erstreckt sich nicht nur auf vermieteten Wohnraum, sondern auch auf Eigentum, das du selbst bewohnst.

Du bist also in der Pflicht, Rauchmelder auch in Wohnungen und Häusern zu installieren, die du selbst mit deiner Familie bewohnst.


Der Tod kommt im Schlaf

Ohne Rauchmelder kommt der Tod im Schlaf!

Meist passiert es nachts, wenn wir tief und fest schlafen. Im Tiefschlaf riecht der Mensch nichts. Mediziner warnen davor, dass schon drei bis vier Atemzüge im hochgiftigen Brandrauch ausreichen, um bewusstlos zu werden und zu ersticken.

 

Die Baumaterialien, die heutzutage verwendet werden, das viele Plastik und die modernen Kunststoffe, Lacke, Lösungsmittel usw. in den Wohnungen, machen den Rauch viel gefährlicher, vor allem giftiger, zäher und klebriger als vor vielen Jahren noch. Der Rauch haftet überall an. Der Brand breitet sich durch die entstehenden Gase viel schneller aus. In den letzten 20 Jahren hat sich die Zahl der Rauchtoten vervielfacht. Man hat mittlerweile ca. 5.000 gefährliche Stoffe im Rauch gefunden.           

Beispiele:

  • Eine 100 gr schwere Kunststoffplatte verraucht eine 80 m2 Wohnung komplett.
  • Eine Schaumgummimatratze im Kinderzimmer, die Füllungen in Sofas und Sesseln entwickeln so viel Rauch, dass man damit ca. 30 Einfamilienhäuser mit Rauch füllen kann.

So ist der Rauchmelder, oft als Feuermelder bezeichnet, dein bester Lebensretter! Er weckt dich durch einen lauten Ton und gibt dir dadurch die Möglichkeit, dich und deine Familie zu retten.

 

  • Wir haben die Dinge weggelassen, die du in jeder Gebrauchsanleitung deines Rauchmelders nachlesen kannst.
  • Infos als vorbeugenden Brandschutz zum Thema Rauchmelder.
  • Der Einfachheit halber, haben wir sie als Frage – Antwort erstellt.

 

Was ist die Aufgabe eines Rauchmelders?

Ein Rauchwarnmelder hat vordergründig die Aufgabe, dich so schnell wie möglich nach Entstehung eines Brandes zu warnen, damit du dich und deine Familie noch schnell in Sicherheit bringen könnt!

Sind Rauchmelder bei uns Pflicht?

Ja! – Egal, ob du zur Miete oder in deinen eigenen 4 Wänden wohnst. In Bayern wurde das Gesetz 2013 eingeführt mit einer Übergangsfrist bis zum 31.12.2017. Das heißt seit Januar 2018 sind Rauchmelder in Bayern Pflicht!

Verantwortlich für den Einbau ist der Eigentümer oder Vermieter, egal ob du selbst in der Wohnung / dem Haus wohnst oder es vermietest. 

 

Ich habe gehört, es gibt regionale Unterschiede. Stimmt das?

Regional nein. Ländermäßig ja. Pflicht sind sie zunächst einmal in allen 16 Bundesländern. Die unterschiedlichen Landesbauordnungen aber, legen andere Maßstäbe an. 

 

Es gibt verschiedene DIN-Normen, ist das richtig?

Sie sind nicht unterschiedlich, sie bauen aufeinander auf. Die europäische Produktnorm EN 14604 schreibt vor, was der Rauchmelder können muss, dass er ein CE-Kennzeichen haben muss und dass nur solche Rauchmelder verwendet werden dürfen. 

Allerdings beinhaltet diese CE-Kennzeichnung keine qualitative Aussage, sondern nur, dass das derart gekennzeichnete Produkt im Europäischen Binnenmarkt verkauft werden darf und welche Mindeststandards erfüllt sein müssen.  

Das Qualitätszeichen „Q“bietet eine unabhängige und einheitliche Kennzeichnung von Qualitätsmeldern zur Orientierung am Markt.  Dies betrifft alle Rauchmelder ab 2008. Sie müssen sich ständigen Kontrollen durch unabhängige Prüfstellen unterziehen. Näheres kannst du im Internet nachlesen, wenn du diese DIN-Norm eingibst.

Dann gibt es die DIN-Norm 14676. Sie enthält seit 2018 sehr viele Neuerungen und Regeln, die zwar überall für gut befunden werden, aber nicht verbindlich sind.Im Gegensatz zur oben genannten Norm 14604. 

Die DIN-Norm 14676-1 regelt die Ferninspektion von Rauchwarnmeldern.

 

Welchen Rauchmelder soll ich mir kaufen?

Aufgrund des Wettbewerbsrechtes wollen wir hier keine bestimmten Hersteller empfehlen bzw. nicht empfehlen. Wir raten allerdings dazu, dir Rauchmelder mit dem „Q-Label“zu kaufen. Es kennzeichnet hochwertige Rauchmelder mit geprüfter Technik und Langlebigkeit; verbesserter Elektronik, weniger Fehlalarme und genauere Brand- / Raucherkennung.

 

Warum sollte ich diese Q-Melder verwenden?

Das „Q“ ist ein unabhängiges, herstellerneutrales Qualitätszeichen für hochwertige Rauchmelder mit geprüfter 10-Jahres-Langzeitbatterie. Sie sind langlebiger, stabiler und haben eine verbesserte Elektronik sowie Eigenüberwachung. Dadurch reduzieren sie Fehlalarme. Sie sind zuverlässig bei Temperaturschwankungen, u. a. beim Stoßlüften, und erkennen Brandrauch aus jeder Richtung gleich schnell und sicher, sind störsicher gegenüber elektromagnetischen Empfindlichkeiten (Trafos, Lampen, Funkgeräte und Mobiltelefone). Die hochwertigen Melder verwenden außerdem langlebige Bauteile, so dass ALLE Komponenten des Qualitätsrauchmelders, nicht nur die Batterie,  auch bis zu 10 Jahre halten.

 

Wann entsteht ein Fehlalarm?

Ein Fehlalarm oder besser Täuschungsalarm entsteht, wenn der Melder alarmiert, obwohl es nicht brennt. Das heißt, der Rauchmelder löst Alarm aus, weil Staub, Insekten, Wasserdampf oder Verunreinigungen der Luft infolge von Renovierungsarbeiten in die Messkammer des Melders gelangen.

 

Wo kaufe ich einen Rauchmelder?

Du bekommst ihn beim Fachhandel (incl. Beratung), bei Sicherheitsunternehmen sowie bestimmten Baumärkten oder online. Achte am besten auf das Q-Label. Selbst Stiftung Warentest hat im neuesten Test, nur noch diese getestet.

 

Wo sind Rauchmelder vorgeschrieben?

Laut der Anwendungsnorm DIN 14676 müssen Wohnhäuser und Wohnungen mit Rauchmeldern ausgestattet sein. Außerdem Räume mit wohnungsähnlicher Nutzung. Dazu zählen auch

  • Ferienwohnungen
  • Containerräume
  • Gartenlauben und Hütten

In gewerblich genutzten Gebäuden besteht dagegen keine Rauchmelderpflicht. 

Grund: Rauchmelder sollen vor allem schlafende Personen vor Brandrauch schützen. In gewerblich genutzten Räumen wie Arztpraxen oder Büros geht man davon aus, dass die Brandgefahr rechtzeitig erkannt wird.

 

In welchen Zimmern bringe ich Rauchmelder an?

Vorgeschriebener Mindestschutz

  • Schlafzimmer
  • Kinderzimmer
  • Flur

Optimaler Schutz

  • In alle Aufenthaltsräumen (Spielzimmer, Arbeitszimmer usw.)

Besonderer Schutz

  • Zusätzlich in der Küche (Wärmemelder, Herdwächter, Herdalarm)
  • Für Gasthermen, offene Kamine und Öfen (CO-Melder für Kohlenmonoxid)

 

Brauche ich einen Rauchmelder in der Küche?

Wenn du deine Wohnung richtig sichern willst, ja! Gesetzlich? Nein! (Außer du hast eine „offene Küche“ und der Weg daran vorbei dient als Fluchtweg oder du hast eine Wohn-Ess-Küche, also eine mit dem Wohnzimmer verbundene Küche) dann muss auch hier ein Warnmelder installiert sein).

 

Die meisten Brände in Privathaushalten haben ihren Ursprung in der Küche!

 

Laut ifs, dem Institut für Schadensverhütung und Schadensforschung der öffentlichen Versicherer, entstehen hier die meisten Brände. (siehe auch: die Gefahren im Haus)

 

Foto: ergo 

Wo bringe ich den Melder an?

  • Immer an der Decke – Rauch steigt nach oben
  • Nie in der Nähe von starker Zugluft (Fenster, Klimaanlage)
  • Ein Rauchmelder für max. 60 m2
  • L-förmige Räume, dann immer an der sog. Gehrungslinie, notfalls 2 Melder
  • Bei Dachspitzen nie ganz oben! Ca. einen halben Meter darunter. Durch die angestaute Luft (Luftkissenbildung) kommt der Rauch nicht bis zum Melder und der kann dann nicht rechtzeitig warnen
  • Am besten immer in der Mitte des Raumes
  • Mindestens 50 cm freier Raum nach allen Seiten zum Melder
  • Mindestens 50 cm weg von Deckenleuchten oder Einrichtung
  • Dachschrägen mit 20° Neigung stellen kein Problem dar
  • Dachschrägen mit mehr als 20° Neigung, muss der Melder ca. einen halben Meter bis Meter unterhalb der Zimmerdecke angebracht werden.

 

Auf was muss ich bei Renovierungen achten?

Am besten abnehmen, nach der Renovierung wieder anbauen und Funktion prüfen. Nicht überstreichen!

 

Warum haben wir in unserem Mehrfamilienhaus keinen Rauchmelder im Treppenhaus?

Vermutlich weil sie nicht vorgeschrieben sind. Die andere Seite ist, sie sind nicht geeignet für Treppenhäuser! Sinnvoll wären sie nur, wenn sie an bestimmten Stellen im Treppenhaus eingesetzt werden und nicht generell.

Wenn in Treppenhäuser nach dem Baurecht gehandelt wird, darf sich dort nichts befinden, was brennen könnte. Keine Deko, Schuhe, Kinderwagen usw.

 

Gibt es behindertengerechte Rauchmelder?

Der Warnton liegt bei ca. 85 db(A) und wird als laut und unangenehm empfunden. Menschen mit wenig Hörvermögen nehmen ihn kaum wahr und Gehörlose natürlich überhaupt nicht. Hier bietet der Fachhandel verschiedene Möglichkeiten an, die entweder über helles Licht oder Vibrationen funktionieren und so Alarm auslösen. Diese Systeme sollte ebenfalls der Fachhandel einbauen.

 

Wir hoffen, du hast Antworten auf deine Fragen gefunden?! Sollte etwas fehlen, war wir deiner Meinung nach noch mit aufnehmen sollten, dann schreibe uns einfach eine Mail. Danke dafür schon einmal!

 

Wie entsteht ein Brand

Drei Bedingungen müssen erfüllt sein                                                                    

  • Ein brennbarer Stoff muss vorhanden sein
  • Eine ausreichend hohe Zündenergie muss vorhanden sein
  • Eine ausreichende Menge an Sauerstoff muss vorhanden sein

Was passiert jetzt?

Brandursachen und Brandarten können sehr unterschiedlich sein. So ist diese Beschreibung nur ein grober Anhalt, damit du dir einmal ein Bild davon machen kannst...

  • Brennbares Material wird entzündet oder entzündet sich selbst
  • Ist wenig Sauerstoff vorhanden entsteht ein Schwelbrand (3 bis 4 Minuten)
  • Es raucht mehr wie es brennt
  • Wärme wird freigesetzt und die Temperatur steigt an
  • Die Gase und der Rauch schränken uns in unserer Handlungsfähigkeit ein (3 Minuten)
  • Die Hitze im Zimmer steigt an und alle Gegenstände und Oberflächen heizen sich auf
  • Die Gegenstände im Raum „zersetzen“ sich und bilden weitere Gase und Rauch
  • Rauch und Gase steigen nach oben an die Decke
  • Die Gase und der Rauch werden jetzt lebensbedrohlich (5. Minute)
  • Steigt die Temperatur der Gase im Raum auf über 600°C an, kommt es zum Feuerübersprung und alle Gegenstände entzünden sich schlagartig
  • Explosionsartige Brandausbreitung, dem Flashover oder Vollbrand, durch entzünden der Gase
  • Je mehr Brennstoff (Kunststoffmöbel, Schaumstoffmöbel) vorhanden ist, desto größer wird der Brand und desto eher kommt es zur Selbstentzündung, da diese Gegenstände mehr und schneller Gase bilden als Holzmöbel
  • Fehlt jetzt der Sauerstoff oder mehr brennbares Material, um die Temperatur zu erhöhen, klingt der Brand ab 
  • Im Raum herrscht jetzt Unterdruck, da die Gase Wärme an die Wände, Boden und Decke abgeben und selbst keine neue zugeführt bekommen
  • Es brennt nicht mehr, aber Gase und Rauch bilden sich weiterhin
  • Kommt jetzt erneut Sauerstoff hinzu durch berstende Fenster oder geöffnete Türen, findet ein Druckausgleich statt und es bildet sich ein zündfähiges Gemisch, dass durch kleine, vorhandene Glutnester schlagartig entzündet wird und vepufft (Backdraft).
  • Das Feuer „wandert“ nun von Raum zu Raum, von Stockwerk zu Stockwerk
  • Dies setzt sich fort, bis das Feuer eingedämmt wird, kein Sauerstoff mehr vorhanden ist oder bis kein brennbares Material mehr vorhanden ist

2020

Unser Feuerwehrwesen in Deutschland

  • Ist Ländersache
  • Technische Ausstattung und Ausbildung aufgrund bundeseinheitlicher Feuerwehr-Dienstvorschriften und Normen nahezu einheitlich.
  • Hinsichtlich der Organisation und der Finanzierung gibt es zahlreiche Unterschiede. 
  • Die deutschen Feuerwehren sind jedoch im Deutschen Feuerwehrverband zusammengeschlossen.

Das Feuerwehrwesen in Bayern

  • In Bayern im Bayerischen Feuerwehrgesetz (BayFwG) geregelt
  • Eine Aufgabe der jeweiligen Gemeinde.
  • In der Bayerischer Gemeindeordnung handelt es sich beim Feuerwehrwesen um eine Pflichtaufgabe (Art. 57 Abs. 2 Satz 1 GO) der jeweiligen Gemeinde
  • Der Freistaat Bayern fördert das Feuerwehrwesen durch die Gewährung von zweckgebundenen Zuweisungen.
  • Vorhaltung und den Betrieb von drei staatlichen Feuerwehrschulen (Geretsried, Regensburg, Würzburg).

Feuerwehrwappen in Bayern

Feuerwehrschulen in Bayern

Unsere Landesfeuerwehrschulen in Bayern heißen „Staatliche Feuerwehrschulen“ (SFS):

  • SFS Würzburg für Franken zuständig
  • SFS Regensburg (Lappersdorf) für Niederbayern und die Oberpfalz zuständig
  • SFS Geretsried für Oberbayern und Schwaben zuständig

Jede dieser Schulen deckt ein spezielles Gebiet in Bayern ab, zudem finden an jeder Schule spezielle Lehrgänge statt, die nur an dieser Schule für ganz Bayern gehalten werden. Die SFS Geretsried ist außerdem als einzige noch auf die Katastrophenschutz-Ausbildung spezialisiert. 

Unser Feuerwehrnetz ist außer bei den Nachbarn in Österreich (dort sogar noch besser) in keinem anderen Land so gut aufgestellt und vernetzt wie bei uns.

 In der Feuerwehr sind Personen aller Berufsbilder, vom Hilfsarbeiter bis zu den Akademikern tätig. Alle sind vom Grundgedanken getragen, anderen Menschen zu helfen.

Um dieses System der Freiwilligen Feuerwehren werden wir in vielen Ländern der Welt beneidet.

 

Als Beispiel: 1 Aktiver Feuerwehrmann / pro Einwohner

Deutschland                           80:1

Österreich                              43:1

England                                  10.000:1

 

Die Anzahl der Mitglieder bei der Feuerwehr:

In Deutschland                                                        In Bayern

FFW    ca. 995.341                                                    326.000

BF       ca. 32.000                                                      2.630

JF        ca. 260.000                                                    48.000

WF      ca. 32.000                                                       6.994

PF       nicht bekannt                                                   5

(FFW = Freiwillige Feuerwehr / BF = Berufsfeuerwehr / JF = Jugendfeuerwehr / WF = Werksfeuerwehr / PF = Pflichtfeuerwehr)

  • Ca. 1,3 Millionen Menschen sind bei der Feuerwehr tätig
  • die Quote der Freiwilligen Feuerwehren liegt bei 94% in Deutschland und 96% in Bayern 
  • der Frauenanteil aber nur bei 9%  und  8% in Bayern  

Fahrzeugeinsatz:

Die gesamte Feuerwehr in Deutschland verfügt über

  • ca. 70.000 Fahrzeuge
  • 14.000 Anhänger
  • und ca. 2.500 Abrollbehälter.
  • Das Durchschnittsalter der Fahrzeuge liegt bei 15 Jahren.

In Bayern sind es insgesamt 17.000 Fahrzeuge, Anhänger und Behälter.

 

Die Anzahl der Feuerwehren:

In Deutschland                                                         In Bayern

Freiwillige Feuerwehren         ca. 32.000                   7.700

Jugendfeuerwehren                ca. 18.000                   5.023

Werkfeuerwehren                   ca. 900                        179

Betriebsfeuerwehren              ca. 300                        50

Berufsfeuerwehren                 ca. 100                        7

Pflichtfeuerwehren                  ca. 5

 

Die Freiwillige Feuerwehr

Die FFW ist eine öffentliche Feuerwehr, die sich hauptsächlich aus ehrenamtlichen Mitgliedern zusammensetzt.

Die Werkfeuerwehr (oft auch Werksfeuerwehr)

Eine Werkfeuerwehr ist keine öffentliche Feuerwehr. Hier handelt es sich um die Mitarbeiter eines Betriebes, die während der Arbeitszeit anderen Tätigkeiten im Betrieb nachgehen und nur im Alarmfall die Aufgaben der Feuerwehr übernehmen. Werkfeuerwehren werden angeordnet, wenn von dem Betrieb im Brandfall eine Gefahr ausgehen kann. Meist an Flughäfen oder größeren Industrieanlagen (BASF, VW, AUDI, BAYER usw.).

Die Betriebsfeuerwehr

Die Betriebsfeuerwehr unterscheidet sich schon einmal dadurch von einer Werkfeuerwehr, da ihr die staatliche Anerkennung fehlt. Sie wird meist aus versicherungstechnischen Gründen gegründet. Meist für Bereiche, in denen Personen zu schützen sind (Freizeitparks, Hotels, Krankenhäuser usw.). Der Vorteil dieser Wehren ist, dass sie selbst regeln können, wie ihre Ausstattung usw. sein soll, da sie keiner staatlichen Vorgabe unterliegen.

Sie übernehmen meist den Ersteinsatz bis weitere öffentliche Kräfte hinzustoßen, da sie die notwendigen Ortskenntnisse besitzen. (Betriebsfeuerwehr Messe Düsseldorf)

Die Berufsfeuerwehr

Sie ist eine öffentliche, kommunale Feuerwehr aus fest angestellten Einsatzkräften und macht 5% der Feuerwehrkräfte aus. Ob und wann eine Berufsfeuerwehr eingerichtet wird, entscheiden die Länder. Manche Länder schreiben ab 100.000 (80.000) Einwohnern eine Berufsfeuerwehr vor, manche Länder und Städte verfügen über eine, ohne dazu verpflichtet zu sein.

Die größte Berufsfeuerwehr arbeitet in Berlin. Sie verfügt über 4.000 Feuerwehrleute. Sie werden von ca. 1.500 Freiwilligen Feuerwehrleuten unterstützt.

Die Pflichtfeuerwehr

Eine Pflichtfeuerwehr ist eine öffentliche Feuerwehr. Sie wird von der zuständigen Gemeinde eingerichtet, wenn eine freiwillige Feuerwehr nicht zustande kommt und dadurch der Brandschutz gefährdet ist. Es werden dann (meist ausgebildete Personen) zum Feuerwehrdienst verpflichtet.

Landesgesetze regeln wer genommen wird und wer ausgeschlossen wird. Zum Beispiel Hilfskräfte, die schon anderen Organisationen angehören.

Im Moment ist es (noch) eher selten, dass Pflichtfeuerwehren gegründet werden müssen. Sollte die Anzahl der Aktiven allerdings weiter sinken, sind manche Kommunen gezwungen, von dieser Möglichkeit Gebrauch zu machen.

 

Die Aufgaben der Feuerwehr

Vorbeugender Brandschutz

Vorbeugender Brandschutz geschieht im Hintergrund und ist der Begriff für alle Maßnahmen, die im Vorfeld getroffen werden, um Brände oder andere Unglücke in Gebäuden zu verhindern, oder bei Eintritt eines Schadens die Folgen zu verringern.

Als anlagentechnischer Brandschutz zählt das Anlegen von Flucht- und Rettungswegen, Brandschutztüren, Erstellen von Evakuierungsplänen, Anlegen von Sammelpunkten usw.

Abwehrender Brandschutz

Abwehrender Brandschutz findet an vorderster Front statt und wird von der Bevölkerung wahrgenommen wenn es brennt.Hierzu gehören insbesondere Maßnahmen der Feuerwehr. Zusätzlich zum Löschen eines Brandes gehört das Verringern von Begleitschäden, die ein Vielfaches des Primärschadens ausmachen können.

Brände löschen ist die älteste Aufgabe der Feuerwehr. Im Laufe der Jahre hat sich dies allerdings geändert. Die Aufgaben der Feuerwehr sind vielfältiger geworden.

Alle Feuerwehren in Deutschland müssen ca. 3,5 Millionen Einsätze abarbeiten. Dabei geht es „nur noch“ in ca. 5% aller Fälle um Brände oder Explosionen. Der vorbeugende Brandschutz und die Qualität der ganzen Materialien zeigt Wirkung.

Mittlerweile ist die technische Hilfeleistung das Hauptaufgabengebiet der Feuerwehr. (Eingeklemmte Personen retten, Keller leerpumpen, Bäume wegräumen und dergleichen mehr)...

Bei KATWARN handelt es sich um ein Warn- und Informationssystem, das seit 2011 bei verschiedenen Gefahrensituationen warnt. Die App verteilt Warnungen von verschiedenen Einrichtungen nach festgelegten Kriterien auf das Smartphone und Tablet. Warnungen können auch themenbezogen oder ortsbezogen sein.

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